www.luft-im-bauch.de/print_diagnostik.html
ZUM THEMA: Diagnostik
Die moderne Labordiagnostik
Wie wird eine Diagnose gestellt?
Wie bei jeder Erkrankung erfragt der Arzt zuerst die Krankengeschichte. Hier berichtet der Patient über typische Beschwerden und mögliche Begleitkrankungen. Hilfreich ist, wenn er eine Art Tagebuch geführt hat, in dem festgehalten wurde, wann, wie lange und wie die Beschwerden auftreten. Eine körperliche Untersuchung sollte sich anschließen. Welche weiteren Untersuchungsmöglichkeiten angebracht sind, muss im Einzelfall entschieden werden.
Möglich sind u.a.:
- Blutuntersuchungen
- Untersuchung des Stuhls
- Endoskopische Untersuchung des Mastdarms und/oder des Dickdarms (Darmspiegelung)
- Röntgenuntersuchung des Dünndarms
- Ausschluss einer Milchzuckerunverträglichkeit
- Psychosomatische Untersuchung zum Ausschluss von Angsterkrankungen, depressiven Störungen und /oder krankheitsbezogene Ängste
Was kann die moderne Diagnostik leisten?
Nur wenige Patienten wissen, dass bei einer Untersuchung des Stuhls wesentlich mehr Informationen als der Nachweis von Parasiten oder einer versteckten Blutung gewonnen werden können. Dabei stehen in der modernen Labormedizin heute einfach zu handhabende, schmerzfreie, zeitsparende und kostengünstige Diagnostikmethoden zur Verfügung.
Es gibt heute moderne Laboruntersuchungen, bei denen aus Blut, Atemgas oder Stuhl Hinweise gewonnen werden können, die die Verdachtsdiagnose des Arztes entweder bestätigen oder sicher ausschließen können. Belastende Röntgenstrahlen, unangenehme Darmspiegelungen oder Blutabnahmen können je nach Beschwerdesituation ersetzt werden.
Ursachenerforschung
Mit Hilfe des kostenlosen Fragebogens erhalten Ärzte Hinweise auf mögliche Ursachen der Beschwerden. Manchmal sind die angegebenen Symptome so eindeutig, dass sofort eine Verdachtsdiagnose gestellt werden und mit einem Labortest bestätigt werden kann.
Meistens kann aber mit einem Test nicht alles eindeutig abgeklärt werden bzw. ist es auch möglich, dass mehrere Gründe die unklaren Bauchbeschwerden verursachen. Dann müssen die Ärzte nach dem Ausschlussprinzip verfahren (medizinisch: Differentialdiagnostik). Das vorhandene Problem wird sozusagen immer weiter eingekreist. Mögliche Differentialdiagnosen sind:
- Fehlbesiedlung des Darms
- Eingeschränkte Funktion der Bauchspeicheldrüse (Maldigestion)
- Kohlenhydratunverträglichkeiten (Laktose, Fruktose, Sorbit)
- WWeizenunverträglichkeit (und andere Getreideprodukte)
- Histaminunverträglichkeit
- Parasiten (Lamblien)
- Nahrungsmittelallergie, -unverträglichkeit
Spezielle Labortests
Zum Ausschluss einzelner Verdachtsdiagnosen stehen zahlreiche und spezielle Labortests zur Verfügung:
- Darmflora und Pilznachweis
(liegt eine Fehlbesiedlung des Darmes mit einer Überwucherung von Fäulnisbakterien oder ein Mangel an der Säuerungsflora vor ist der Darm mit Pilzen besiedelt) - Bestimmung des Gehaltes von Fett, Eiweißen, Stärke im Stuhl
- Abklärung der intakten Funktion der Bauchspeicheldrüse
- Gallensäuren
(werden Gallensäuren ungenügend im Dünndarm aufgenommen) - Untersuchung auf bestimmte Entzündungen/Entzündungsmarkern
(bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie, Nahrungsmittelunverträglichkeit und entzündlichen Darmveränderungen) - Ausschluss einer Unverträglichkeit gegenüber Weizen oder anderen Getreideprodukten
- Atemgastest auf Milchzuckerunverträglichkeit
- Atemgastest auf Fruchtzuckerunverträglichkeit
- Untersuchung bei Histaminunverträglichkeit
- Allergieteste gegen Nahrungsmittel
(bei echter Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit) - Nachweis von Prasiten im Stuhl (Lambien)
(nach Auslandsaufenthalt oder bei Tierhaltern)
Aus welchem Testmaterial die Ergebnisse gewonnen werden, ist unterschiedlich. Nicht für alle Tests ist die Untersuchung von Stuhl notwendig. Teilweise erfolgt die Diagnostik mit einem Atemgastest oder aus einer Blutprobe.
Kosten?
Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen ist festgehalten, welche Leistungen der Arzt wann durchführen und abrechnen darf. Vereinfacht gesagt heißt das: die optimale Grundbetreuung ist für jeden Patienten gewährleistet.
Zusatzleistungen, die empfehlenswert sind, aber nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen stehen, können dem Patienten aber ein gutes Gefühl einer „Rundumabsicherung“ geben. Das können zum Beispiel moderne und dem neuesten Stand der medizinischen Forschung entsprechende Laboruntersuchungen sein.
Die nachfolgenden Untersuchungen sind als Vorschlag aus unserer Erfahrung der in der Diagnostik rund um das Thema „Luft-im-Bauch“ zu sehen. Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen eine auf Ihre individuelle Situation abgestimmte Diagnostik finden.
Untersuchungen/Laborprofile zur Darmgesundheit
Florastatus
untersuchte Parameter:
quantitative bakteriologische und mykologische Stuhluntersuchung, aerobe und anaerobe Darmflora, Hefen, Schimmelpilze, pH-Wert
40,79 Euro*
Untersuchungen/Laborprofile zu Zuckerunverträglichkeiten
Wasserstoff-Atemtest
bei Fruktose- oder Laktoseintoleranz
35,78 Euro*
Untersuchungen/Laborprofile zur Glutenunverträglichkeit
Antikörper gegen Gliadin und Transglutaminase
33,80 Euro*
genetische Prädispositionsfaktoren
untersuchte Parameter:
HLA-Dq2, HLA-DQ8, HLA-DR4
99,09 Euro*
Untersuchungen/Laborprofile zu Blähbeschwerden
Verdauungsrückstände
untersuchte Parameter:
bakterielle Spaltungsaktivität Fruktose und Sorbit, Pankreas-Elastase, Transglutaminase-Antikörper
86,41 Euro*
PräScreen Allergie
Zuordnung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu IgE-, IgG4-vermittelten Reaktionen und Erfassung von pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien und inhalativen Allergien
29,14 Euro*
*) Kosten entsprechen dem 1,0fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)